Krankheit “geplante Obsoleszenz” – Symptome

Als ich den Begriff „geplante Obsoleszenz“ zum ersten Mal gehört habe, habe ich erst einmal in meinen Impfpass nachgeschaut, ob ich dagegen gefeit bin. Hört sich ja auch an, wie ein Schwangerschaftsabbruch nach der 300. Woche. Der Begriff meint, dass man bereits bei der Entwicklung eines Produkts eine künstliche Lebensdauer einplant. Nach einer bestimmten Zeit ist es dann entweder kaputt, es gibt keine Ersatzteile mehr oder es kommt ein neues Modell auf den Markt (Iphone 3, 4, 5, 6….).
Von geplanter Obsoleszens befallen sind allerdings nur Produkte, die an eine PRIVATPERSON verkauft werden. Die Industrie verkauft sich untereinander Produkte, die nach Möglichkeit nicht kaputt gehen und deren Ersatzteile ständig verfügbar sind. Die wären ja schön doof, würden die sich gegenseitig bescheißen und fehlerhafte Ware verkaufen! Nein, viel einfacher ist es, uns Privatkunden Schrott zu verkaufen, da wir sowieso keine Ahnung haben. Dass Verbraucher für total verblödet gehalten werden, erkennt man schon daran, dass neuerdings auf Babykleidung ein Warnschild angebracht ist: „Kind vor dem Waschen aus der Kleidung nehmen.“ Auch gesehen: „Kaffee nicht brühend heiß trinken!“ Demnächst: „Sahnespritzflasche nicht anal verwenden!“.

Hier eine kurze Sammlung von typischen Beispielen geplanter Obsoleszenz:

CD und DVD
Die Lebensdauer einer VHS-Kassette beträgt 30Jahre. Die DVD hält noch ca. 10 Jahre.
Eine MC hält ca. 20 Jahre und dann kann man nochmal 5 Jahre mit einem Bleistift verlängern.
Lebensdauer CD: etwa ein Jahr, wenn man sie mit ins Auto nimmt – einen Tag.
Drucker
Drucker hatten bis vor kurzem noch einen internen Zähler, der nach einer bestimmten Anzahl an gedruckten Blättern das Gerät lahm legt und einen Defekt anzeigt. Oft bekommt man dann bei der Reklamation gesagt: „Reparieren lohnt nicht.“ Ein russischer Software-Entwickler hat aber einen Crack entwickelt, der den Zähler zurücksetzen kann. Die Hersteller haben prompt reagiert: Nach 3000 Batt zerstört sich der Drucker mittlerweile von selbst.
Veklebte Akkus
Im Gehäuse von elektrischen Zahnbürsten, Handys und Tablet-PCs sind die Akkus verklebt, damit sie nicht ausgetauscht werden können. Mitterweile verklebt man auch mal gerne das ganze Gehäuse, damit es sich gar nicht erst geöffnet werden kann. Wer auf diese ausgesprochen hirnlose Idee kam, muss selbst zuviel am Klebstoff geschnüffelt haben.
Software-Updates
Besonders beliebt bei Navis: Es werden lebenslange, kostenlose Karten-Updates versprochen. Bei Aktualisierungen lässt die Software das Gerät langsamer arbeiten. So kann es passieren, dass man bereits kurz vor Berlin ist, das Navi sich aber noch im Münchner Parkhaus befindet.

 

geplanter Kurzschluss bei Flachbildschirmen
Auf die Platine vom neuen High-Tech-Fernseher werden billigste Kondensatoren verlötet, die nach einer bestimmten Zeit durchbrennen. Das ist wichtig, damit 500.000 Schwachmaten einen Grund haben, sich alle vier Jahre einen neuen Fernseher zur Fußball-WM kaufen zu müssen. Gelockt werdden sie mit unverzichtbaren technischen Neuerungen. 2010 war es HD, 2014 3D und 2018 vermutlich LSD.
Autos
Autos sind mittlerweile vollgestopft mit Sensoren, die einzig nur ein Ziel haben: Möglichst bald kaputt zu gehen, damit du monatlich in die Werkstatt fahren musst. Weigert man sich, macht die Karre mittlerweile selbst einen Termin aus. Oder schickt stündliche Service-SMSen. Besitzer haben sich schon von ihrem eigenen Auto getrennt, „weil es so klammert.“
Liebe Leser, die Liste lässt sich noch beliebig fortsetzen, ihr könnt in der Kommentarfunktion gerne weiter ergänzen, was euch so aufgefallen ist.




One thought on “Krankheit “geplante Obsoleszenz” – Symptome

  1. Verehrte Leser !
    Wer alt genug ist hat mit einigen kristallklaren Obsoleszenz-Fällen seine Erfahrungen gemacht.
    Aufzählung :
    SHARP Electronic-Organizer.Zwei Stück hintereinander. Das Displey gab wenige Monate nach Ablauf der Garantie den Geist auf. Natürlich bei beiden Geräten “nur Zufall”.
    CTEK-CS 800 Batterieladegerät aus Schweden. Drei Tage nach Ablauf der Garabtie “tot”.
    Ein Fersehgerät aus Asien (lange im Müll) hatte einen unerwünschten “Bildlauf”, auch kurz nach Ablauf der Garantie.
    Daran sind nicht die Techniker oder Ingenieure Schuld, sondern die kaufmännischen Geschäftsleitungen. Diese Schweinereien werden von dort angeleiert.
    Den Ingenieuren muss man den höchsten Respekt aussprechen, dass sie in der Lage sind dermaßen präzise im zeitlichen Ablauf das Ableben der Geräte zu bestimmen.
    Wie gesagt, unsere Kaufleute sind die Schweinstreiber. Das kann ich jeder Zeit “bemeineidigen” !
    In mehr als 50 Jahren Berufsleben habe ich einiges erlebt.

    MfG. grillbert aus Hamburg.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Protected by WP Anti Spam